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Im vergangenen Jahr hatte ich die Möglichkeit im Zuge eines Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) sechs Monate für den Naturpark Drömling zu arbeiten. Da mein Arbeitsweg ziemlich weit gewesen wäre, ermöglichte mir die Naturparkverwaltung eine Unterkunft mitten im Naturpark. Dies hieß für mich zum einen ein ziemlich einsames Leben nach Feierabend und sechs Kilometer mit dem Rad zum Einkaufen, zum anderen aber auch ein sehr naturnahes und einfaches Leben. Trotz schlechten Telefonempfangs, fehlenden Internets und Fernsehens wurde es nie langweilig, schließlich gab es im Naturpark viel zu sehen und zu erleben. Die Reaktion meiner Familie und Freunde auf die Art meiner einfachen Unterkunft und meines Alltags war ziemlich einheitlich: „Das ist doch genau dein Ding!“.
Zu meinen Aufgaben während dieser Zeit gehörte die Kartierung von Greifvogelhorsten, Versorgung verletzter Greife, Umweltbildung mit Kindern und glücklicherweise auch die fotografische Darstellung des Naturparks. Bei fast allen Arbeiten hatte ich meine Kamera im Gepäck.

Wenn ich an die Zeit zurückdenke, bringe ich den Drömling vor allem mit Bibern in Verbindung. Wegen der vielen Gräben, die den Naturpark durchziehen, stellt der Naturpark auch einen attraktiven Lebensraum dar. Da vom Menschen an sich keine Gefahr für Meister Bockert ausgeht, kann man die großen Säuger auch tagsüber recht gut beobachten. Wie wenig dort der Mensch als Bedrohung angesehen wird, bemerkte ich erst, als eines der Tiere direkt neben mir aus dem Wasser kam und zu fressen begann. Besonders amüsant war für mich in diesem Zusammenhang ein Teichfrosch, der es sich am frühen Nachmittag im Pelz eines schlafenden Bibers gemütlich gemacht hatte.
Wo Wasser ist findet man eine unglaubliche Vielfalt an Leben und leider konnte ich nur einen Bruchteil der im Drömling lebenden Arten festhalten. Sehr fesselnd war für mich auch die Metamorphose einer Smaragdlibelle, die ich von Beginn an beobachten und fotografisch dokumentieren konnte. Das ganze Schauspiel dauerte insgesamt gute dreieinhalb Stunden und war für mich eine faszinierende Premiere.

Bevor ich nun aber jede Begegnung niederschreibe und der Eintrag zu lang wird, lasse ich lieber die Bilder sprechen und zeige euch einen kleinen Einblick.
Für naturbegeisterte Leute und Gruppen kann ich den Naturpark und sein Informationshaus Kämkerhorst nur empfehlen. Schaut doch einfach mal auf der Seite der Naturparkverwaltung vorbei: www.naturpark-droemling.de. Meine Arbeit im Naturpark Drömling war für mich eine prägende Zeit, in der ich feststellen konnte, wie schön es auch ohne moderne Medien sein kann. Dafür war ich den kompletten Tag im Freien, konnte vieles erleben und sehen sowie mein Wissen weitergeben, um andere für die Natur zu begeistern. Eigentlich durfte ich genau das tun, was ich als Biologe und Naturfotograf bezwecken möchte.

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