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Ende Februar klingt für gewöhnlich der Winter langsam aus und übergibt sein Zepter dem Frühling. In diesem Jahr hatte sich der Winter allerdings ein wenig verspätet. Nachdem die eigentlichen Wintermonate, Dezember und Januar, recht mild vergingen, brachten die Ostwinde bis in die ersten Märztage hinein sibirische Kälte mit sich. Nachts sanken die Temperaturen teilweise bis auf eiskalte -16°C, so kalt war es nun schon seit Langem nicht mehr.

Zu Beginn der Kälteperiode freute ich mich zunächst noch darüber, die Eisblumen an den Autoscheiben zu beobachten und zu fotografieren. Doch es dauerte nicht lange bis auch der große See hinter unserem kleinen Dörfchen an der Elbe zufror. Bereits nach wenigen Tagen war das Eis schon so dick, dass man sich vorsichtig darauf bewegen konnte. Natürlich hatte man den mahnenden Satz der Eltern und Großeltern im Kopf: "Pass bloß auf, dass du nicht doch mal einbrichst!", den man auch früher schon mit einem "Jaja..." abgetan und sich gedacht hat: 'Die Alten mal wieder!'. Ich rutschte also ganz vorsichtig, das Stativ vor mir, auf Knien weiter in die Mitte des Sees für eine Aufnahme unseres Ortes. Kurz vor Sonnenuntergang wurde mein Mut dann doch noch belohnt und die Sonne brach ein letztes Mal durch die Wolken. Ich hatte es endlich geschafft Glinde (Sachsen-Anhalt) in einer winterlichen Stimmung festzuhalten. Nun folgte der langsame Rückzug über das knarzende Eis. Es lief alles wie geschmiert und ich kam, bis auf die nassen Knie, trocken am Ufer an. Nur blöd, dass es nicht nur eine Möglichkeit gibt sich selbst im Wasser zu versenken. Auf der Suche nach einer anderen Position brach ich durch die Decke einer Biberröhre und stand bis zur Hüfte im Wasser. Da hatte der Statiker sich wohl verrechnet. Immerhin blieb die Kamera trocken und das ist wohl das Wichtigste. Für das Bild hat es sich auf jeden Fall gelohnt!

 

Zu diesem Zeitpunkt waren am Elbufer nur dünne, zerbrechliche Eisschichten zu finden, die durch eingeschlossene Luftblasen aber schöne Formen malten. Das Absinken des Wasserstandes ließ filigrane Eisplatten in verschiedenen Höhen entstehen und es bildeten sich gefrorene Etagen am Ufer. Dort wo trockenes Gras und Röhricht im Wasser standen, bildeten sich glasklare, tropfenförmige Eisskulpturen in verschiedenen Größen. Wie auch die Eis-Etageren, hingen die Kristalltropfen frei in der Luft und die Elbe zeigte sich ein weiteres Mal als Künstlerin. Erst zwei Tage später bekam ich dann ein Schauspiel zu sehen, auf das ich schon warte, seit ich an die Elbe gezogen bin: Eisgang. Ich bin recht weit entfernt von größeren Flüssen aufgewachsen und war deshalb gefesselt vom Anblick der Eisschollen auf dem Strom. Die Eisplatten waren so groß, dass ich bequem hätte darauf liegen können. Sie drehten sich, stießen gegeneinander, schoben sich übereinander und zogen mich in ihren Bann. Während normale Menschen bei diesen Minusgraden normalerweise vor einem prasselnden Feuer sitzen, Tee trinken und ein Buch lesen, trieb es mich jeden Abend zum Sonnenuntergang an den Fluss.

Dick eingepackt stand ich nun mit meiner Kamera auf den Buhnen, beobachtete das vorbeiziehende Eis und lauschte der einzigartigen Geräuschkulisse. Das warme Abendlicht begleitete das leise schabende Geräusch, wenn Schollen am Ufer entlangschrammen und aufeinandertreffen. In den Kreisströmungen zwischen den Buhnen drehten sich die Eisplatten immer wieder im Kreis und sammelten sich dort, sodass der Bereich zwischen ihnen mit jedem Tag weiter zufror. Dies war für mich ein prägender Anblick, der mich für kurze Zeit den hastigen Alltag vergessen ließ und fast schon hypnotisierend wirkte. Nach ungefähr sechs Tagen stieg das Thermometer jedoch wieder über die 0°C-Grenze und das Eis schmolzen leider wieder.  Ich hoffe jedoch, dass ich mit meinen Bildern zumindest einen kleinen Teil der entschleunigenden Stimmung einfangen konnte.

Nach wenigen Tagen mit milden Temperaturen ging es wieder leicht in die Minusgrade und es fiel trockener Schnee, der sich wunderbar verwehte. Die Autofahrer werden sich sicherlich noch gut erinnern, denn Fahren machte an dem Tag nicht wirklich Spaß. Dafür fanden sich aber auch in den Schneewehen schöne Muster und Formen.

Ein weiteres Highlight waren für mich in diesem Winter die Märzenbecher im Leipziger Auwald. Trotz des verspäteten Winters, waren die Frühlingsboten pünktlich wie jedes Jahr und mussten deshalb bei frostigen Temperaturen im Schnee ausharren. Ein Anblick, den ich so noch nie gesehen hatte, zumindest nicht bewusst.

Für viele Menschen ist der Winter die unbeliebteste Zeit des Jahres. Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken und Mutter Natur beginnt ihren Winterschlaf. Dabei hat auch diese Jahreszeit ihre eigenen Reize. Im Schnee und Eis lassen sich ebenso schöne und faszinierende Dinge entdecken, wie im hohen Gras oder warmen Wasser. Meinetwegen könnten solche Ostwindeinbrüche öfter stattfinden und länger stabil bleiben. Denn nur so kann auch der Winter seine richtig schönen Seiten zeigen.

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