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Das Wiedersehen sah leider anders aus, als ich es eigentlich erwartete. Noch bevor ich überhaupt zurück nach Sachsen-Anhalt fuhr, erreichte mich die Nachricht meiner Freundin, dass Schlaubi tot sei. Anscheinend ist ihm seine neugierige und abenteuerlustige Ader zum Verhängnis geworden. Den äußeren Verletzungen nach sah es aus, als hätte ihn sein Bruder Muffi tot gebissen. Nach einem solchen Ereignis macht man sich schon seine Gedanken, warum es so weit gekommen ist und was gewesen wäre, wenn wir die Geschwister getrennt hätten. Als ich Zuhause ankam, gab es nur noch Muffi und Schlumpfine. Schlaubi konnte ich nur noch an seinem Grab besuchen.
Der unausgeglichene Muffi war schon eine Marke für sich. Seine übel gelaunte Art kannten wir ja von Beginn an, aber mit zunehmendem Alter und Größe wurde er auch uns gegenüber recht aggressiv. Ihn zum Ausmisten aus seiner Box zu nehmen ging nur mit Handschuhen. Wer dabei nicht aufpasste, hatte plötzlich einen Igel am Finger hängen, der sich festgebissen hatte. Den Handschuh erst einmal zwischen den Zähnen, warf er den Kopf hin und her wie ein Hund. Wäre Muffi frei als "Wachigel" auf dem Hof herum gelaufen, hätte kein Einbrecher eine Chance gehabt. Wir allerdings auch nicht.
Trotz seiner Launen fühlte sich seine etwas verschlafene Schwester zu ihm hingezogen. Nach dem Vorfall mit Schlaubi befestigten wir Bretter als Abtrennung im Gehege. So konnte jeder den Anderen sehen, aber nicht zu ihm hinüber. Wir hatten aber wieder nicht bedacht, dass Igel Ausbruchsspezialisten und hervorragende Kletterer sind. Schlumpfine quetschte sich einfach zwischen den Brettern hindurch oder kletterte über die Absperrung hinweg. Alleine schlief sie nur selten, zu zweit schlief es sich anscheinend besser.
Gegen Ende November wogen die beiden schon über ein ganzes Kilo und dachten noch nicht daran sich hinzulegen. Also rationierten wir Tag für Tag die Futtermenge und mit den kälteren Temperaturen begann dann schließlich auch der Winterschlaf. So lange würde ich auch gerne einmal schlafen, aber irgendwie lässt mich niemand. Den Winter verbrachten die zwei dicken Stachelkugeln im Scheunenkeller, erst im Frühjahr mit den steigenden Temperaturen stellten wir die Igelbox wieder ins Freie. Das Aufwachen dauerte ein bisschen und die beiden waren verständlicherweise auch nicht wirklich davon begeistert. Jetzt hieß es langsam fit machen für die Freilassung und so bekam jeder sein eigenes Auswilderungsgehege mit Futterstation und Firstziegel als Schlafplatz. Muffi verbrachte nur die erste Woche in seiner kleinen Schlafhöhle. Danach wunderten wir uns ein wenig, warum er nicht mehr fraß. Also suchte ich unter dem Ziegel im Stroh nach ihm, ziemlich erfolglos allerdings. Muffi war ausgebrochen. Die Futterstation befüllten wir aber trotzdem weiter, um ihn im Zweifel doch noch zu unterstützen. Aber bei ihm machte sich keiner von uns Gedanken ob er überleben würde, Muffi könnte wahrscheinlich sogar Katzen jagen. Schlumpfine zeigte auch eine rebellische Ader. Der Ziegel wurde vollkommen ignoriert und sie verkroch sich lieber im Gebüsch. Im Dunkeln konnte man sie beobachten, wenn sie sich auf den Weg zur Futterstation machte. Nachts kam auch immer ein Männchen vorbei und schlenderte um ihr Gehege herum. Nach ein paar Wochen öffneten wir ihr das Gehege, sodass sie sich bei uns auf dem Hof frei bewegen und zu ihrem ersten Date konnte.

Irgendwann tauchte auch Schlumpfine nicht mehr auf und wir waren der Meinung sie hätte sich in Richtung Garten oder Elbwiesen davon gemacht. Nach wenigen Wochen saß sie aber in unserem Hühnergehege und mischte ein wenig die Vögel auf. Allerdings bewegte sie sich seltsam, also sammelte ich sie auf und setzte sie zur Beobachtung in ihr altes Gehege. Kurze Zeit später lag auch sie tot am Boden. Woran sie gestorben ist und woher sie die Verletzung hatte wissen wir nicht. Vermutlich wurde sie von einem Auto erwischt und hat sich dann zu uns geschleppt. Auch sie im Garten begraben zu müssen ging mir sehr nahe, war sie mir doch vom ersten Tag an ans Herz gewachsen.
Es war eine Menge Arbeit und Aufregung die drei Rabauken aufzuziehen, aber auch eine sehr wertvolle Erfahrung. Man gewöhnt sich recht schnell an den Aufwand und taktet seinen Alltag nach dem Rhythmus der Tiere. Ich finde es faszinierend, dass jedes Tier einen eigenen Charakter und spezielle Eigenheiten besitzt. Man denkt immer Tiere der gleichen Art sähen gleich aus, aber wer genauer hinsieht, bemerkt die Unterschiede und das sogar ziemlich deutlich. Sie unterscheiden sich in ihren Gesichtszügen, Farbnuancen, Musterungen sowie in ihrem Verhalten, so dass mit der Zeit keine Markierungen mehr notwendig sind. Mit wilden Tieren zu arbeiten ist ein Erlebnis, bei dem man über die jeweilige Art eine Menge lernt, aber auch über sich selbst. Man muss einiges beachten bei einer solchen Aufzucht und braucht eine Menge Zeit. So lange ich aber diese Zeit aufbringen kann, habe ich für mich beschlossen, werde ich solch ein Unternehmen gerne wieder durchführen.
Gebt also Acht, wer euch in der Natur über den Weg läuft. Manchmal kann man schon mit einer kleinen Geste helfen.

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